Wie erzeuge ich einen Faktoreffekt Versuchsplan und führe die zugehörige Analyse der Ergebnisse durch?
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Wie erzeuge ich einen Faktoreffekt Versuchsplan und führe die zugehörige Analyse der Ergebnisse durch?
Die Versuchsplanung mittels eines Faktoreffektplans und anschließender ANOVA Analyse ist ein Verfahren zur Beurteilung der verschiedenen Faktoren. Die Effekte auf die Antwortvariablen werden mittels einer ANOVA ermittelt und in Mittelwertdiagrammen dargestellt.
Im behandelten Beispiel sind die 4 Faktoren die Gummiverankerung (A1, A2 und A3), die Position der Munition (B1, B2 und B3), die Ziehdistanz beim Spannen (C1, C2 und C3) und die Abschusshöhe (D1, D2 und D3). Untersucht wird die Wurfweite der Kugel.
Eine Excel-Mappe mit den Daten und den Ergebnissen, die in diesem Tutoriel behandelt werden, kann heruntergeladen werden. Die Daten beruhen auf dem verbreiteten Katapult-Beispiel, das in der Versuchsplanung oft als Lehrbeispiel eingesetzt wird. Es wird beispielsweise in [Louvet, F. and Delplanque L. (2005). Design Of Experiments: The French touch, Les plans d’expériences : une approche pragmatique et illustrée, Alpha Graphic, Olivet, 2005] auf Seite II.2 – 12 ff. behandelt. Es wird ein Versuchsplan zur Untersuchung von 4 Faktoren, die die Wurfweite eines Katapults bestimmen erzeugt und nach der Durchführung der Experimente die Ergebnisse auf die Effekte der Faktoren hin untersucht.
1. Schritt: Erzeugen des Versuchsplans
Nach dem Öffnen von XLSTAT klicken Sie auf den DOE Button und wählen die Funktion „Erzeuge Faktoreffekt-Plan“.

Nach dem Klicken des Buttons erscheint das entsprechende Dialogfenster zur Erzeugung eines Faktoreffektplans.
Sie können nun die Daten im Excel-Blatt auswählen. Es gibt mehrere Arten die Daten in den XLSTAT Dialogfenstern auszuwählen (siehe auch das Tutoriel zu diesem Thema). Im untersuchten Beispiel beginnen die Daten in der ersten Zeile; es ist daher schneller die Spaltenauswahl zu benutzen. Daher erscheinen im Dialogfenster unten die Auswahlen in Form von Spalten. Die Option „Variablenbeschriftungen“ ist aktiviert, da die erste Zeile der Daten die Namen der Variablen enthält.
Wählen Sie die den Name des Modells (Schleuder), die Anzahl der Faktoren (4 im Beispiel), die minimale und maximale Anzahl der Experimente (hier jeweils 9), die Anzahl der Ergebnisse (hier 1) und aktivieren Sie die Option Wiederholungen und geben Sie den Wert 10 ein, da die Versuche 10 mal wiederholt werden sollen.

Im Reiter „Optionen“ können Sie die Vorgabewerte beibehalten. Im Reiter „Faktoren“ wählen Sie die Spalten im Blatt Sheet1 aus wie unten abgebildet, um die Informationen über die Faktoren einzugeben:

Im Reiter „Antworten“ geben Sie die Informationen über die Antwortvariable ein.

Die Berechnungen beginnen, sobald der Button "OK" geklickt wird. Es wird ein Dialogfenster angezeigt, mit orthogonalen Plänen aus der internen Datenbank, die dem gesuchten Problem nahe kommen. Alle Pläne mit einer Distanz von 0 treffen genau auf den gesuchten Fall zu. Hier ist dies ein Plan: ein Lateinische Quadrate Plan. In unserem Beispiel wählen Sie die vorgegebene Lösung aus.

Sie erhalten eine Tabelle mit den Informationen über die Faktoren des Versuchsplans und den Versuchsplan selbst. Im Blatt Schleuder.

2. Schritt: Durchführen der Experimente.
Nun müssen die 90 Experimente durchgeführt werden und jeweils das Ergebnis in die zugehörige Zelle im erzeugten Versuchsplan eingetragen werden.
Hier sind die Ergebnisse schon eingetragen, um mit der Analyse fortzufahren. Die Ergebnisse sind gelb unterlegt in der Ausgabe des Versuchplans.

3. Schritt: Analyse der Experimente mittels ANOVA
Nach dem Öffnen von XLSTAT klicken Sie auf den DOE Button und wählen die Funktion „Analysiere Faktoreffekt-Plan“.

Nach dem Klicken des Buttons erscheint das entsprechende Dialogfenster zur Analyse eines Faktoreffektplans.
Sie können nun die Daten im Excel-Blatt auswählen. Wählen Sie die den Name des Modells, Wählen Sie das entsprechende Feld B25 im Excelblatt des Versuchsplans aus (hier Schleuder!$B$25). Mittels dieser Auswahl kann XLSTAT die Informationen über den verwendeten Versuchsplan in einem versteckten Excelblatt finden und bei der Analyse benutzen. Wählen Sie ebenfalls die Ergebnisspalte aus wie im Bild ersichtlich.

Im Reiter „Ausgaben“ wählen Sie nur die wichtigsten Informationen für dieses Tutorial. Sie können später gerne die Analyse mit mehr Optionen durchführen, falls Sie weitere Details benötigen:

Die Berechnungen beginnen, sobald der Button "OK" geklickt wird.
Zunächst werden die Deskriptiven Statistiken der 90 durchgeführten Versuche angezeigt. Danach werden die Anpassungskoeffizienten R2 und Q2 angezeigt. Ein Wert nahe bei 1 gibt an, dass das Modell eine hohe Aussagekraft hat. Diese ANOVA und ihr Modell beschreibt also gut die Daten, da R2 = 0,894.

Weitere Einzelheiten zum Modell können aus den folgenden Modellparameter und Modellgleichung entnommen werden. Jedoch wichtig zur Beurteilung der Effekte der Faktoren ist die Grafik der Mittelwerte:

In diesem Diagramm wird der Effekt der Faktoren auf die Wurfweite dargestellt. Für einen Faktor sind jeweils die Mittelwerte der Wurfweite für jede der Kategorien miteinander verbunden. Der Faktor mit der größten Variation ist am Einflussreichsten. Hier ist dies der Faktor „Position Munition“, dessen Wurfweite zwischen 331 für B1 und 200 für B3 schwanken. Am wenigsten Einfluss hat der Faktor „Schusshöhe“, der zwischen 277 für D1 und 257 für D3 variiert. Aufgrund der Wiederholten Messungen für jede der Kategorien kann man ebenfalls Konfidenzintervalle um die Werte des Mittelwertdiagramms herum finden.
Als Fazit kann man ziehen, dass der Faktor „Schusshöhe“ einen geringen Einfluss hat im Vergleich zu den übrigen Faktoren und damit nicht weiter analysiert werden muss.
Der Faktor „Position Munition“ sollte genauer untersucht werden, um die optimale Einstellung zu finden. Dies könnte zum Beispiel zusammen mit den beiden anderen Faktoren „Gummiverankerung“ und „Ziehdistanz“ in einem Wirkungsflächen-Versuchsplan durchgeführt werden.